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Bund

Bestandsmanagement

Die Instrumente der Ressourcenbewirtschaftung

Festsetzung von Gesamtfangmengen

Die nach wie vor wichtigste Ma√ünahme zur Bewirtschaftung der Fischbest√§nde ist die j√§hrliche Festsetzung von Gesamtfangmengen (der Total Allowable Catches oder kurz TACs genannt) und deren Aufteilung in nationale Quoten nach dem Grundsatz der sog. relativen Stabilit√§t, d.h. nach festen Quotenschl√ľsseln. Ziel der Bundesregierung ist eine strikte Ausrichtung der TACs an den wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates f√ľr Meeresforschung (ICES) auf der Basis des Vorsorge- und √Ėkosystemansatzes. Nach der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) sind mehrj√§hrige Bewirtschaftungspl√§ne vorgesehen. Langfristig werden zudem Mehrarten-TACs angestrebt. Bei bedrohten Best√§nden, wie z.B. beim Nordseekabeljau, werden Wiederauff√ľllungspl√§ne mit drastischen Einschr√§nkungen der Fischerei erlassen.

Begrenzung des Fischereiaufwandes

Als neues Instrument der Ressourcenbewirtschaftung, insbesondere bei bedrohten Best√§nden, ist die Begrenzung des Fischereiaufwandes, d.h. der Fangkapazit√§t und/oder der Fangt√§tigkeit, hinzugekommen. Dies ist erforderlich geworden, weil die TACs und Quoten als alleinige Begrenzung nicht mehr ausreichten, um die Fischerei nachhaltig auszurichten, sondern durch eine Einschr√§nkung der Fischereiaktivit√§ten erg√§nzt werden mussten. Die Bundesregierung unterst√ľtzt dieses Instrument unter zwei Voraussetzungen:

  1. Unvermeidliche Fischereiaufwandsregelungen m√ľssen so einfach wie m√∂glich gestaltet und mit m√∂glichst geringen b√ľrokratischen Lasten verbunden sein; sie d√ľrfen vor allem in die freie unternehmerische Planung der Fischer nicht mehr als unbedingt notwendig eingreifen.
  2. Die Begrenzung des Fischereiaufwandes in den einzelnen Mitgliedstaaten der EU muss nach dem Grundsatz der relativen Stabilität, d.h. im Verhältnis der zugewiesenen Quoten, erfolgen.

Technische Erhaltungsmaßnahmen

Das dritte Standbein der Ressourcenbewirtschaftung sind die technischen Erhaltungsma√ünahmen, die dazu dienen, den Fischnachwuchs zu schonen und den Beifang unerw√ľnschter Arten (auch den von Meeress√§ugern) zu verhindern oder doch zumindest zu minimieren. Im wesentlichen handelt es sich dabei um Vorschriften zur Gestaltung der Fangger√§te (wie Anzahl, Art und Gr√∂√üe der Netzmaschen√∂ffnungen), Vorschriften zu Art und Gr√∂√üe der Fischereifahrzeuge und ihrer Motoren, Fang- und Anlandevorschriften (wie Mindestgr√∂√üe der Fische), Einschr√§nkung oder Verbot der Fischerei zu bestimmten Zeiten und schlie√ülich Einrichtung von Schutzzonen, in denen der Fang bestimmter oder aller Fischarten ganzj√§hrig oder zu bestimmten Zeiten eingeschr√§nkt oder untersagt ist.

Um den Fischnachwuchs wirkungsvoller zu sch√ľtzen, strebt die Bundesregierung, zwei zus√§tzliche Ma√ünahmen an, n√§mlich die vor√ľbergehende kurzfristige Schlie√üung von Gebieten und die Verpflichtung zum Fangplatzwechsel bei zu hohem Jungfischbeifang. Weitere Ziele sind u.a. die Verringerung der R√ľckw√ľrfe sowie die Einschr√§nkung und letztlich die v√∂llige Einstellung der Industriefischerei.

Fischereikontrolle

Wichtig ist, dass die zuvor beschriebenen Bewirtschaftungsma√ünahmen auch √ľberwacht und durchgesetzt werden. Deshalb ist eine effiziente Fischereikontrolle unerl√§sslich, und zwar sowohl auf See durch Schiffe und Satelliten, wie auch im Hafen bei der Anlandung durch Inspektoren. Die Bundesregierung bem√ľht sich trotz knapper Haushaltsmittel um eine Verst√§rkung der Kontrolle durch Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedstaaten und mit der Europ√§ischen Kommission, der im Rahmen der GFP-Reform st√§rkere Befugnisse einger√§umt wurden.