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Fischereiforschung

Fischereiforschung

F√ľr eine erfolgreiche Fischereipolitik braucht die Bundesregierung wissenschaftliche Entscheidungshilfen. Diese erh√§lt sie von dem zum Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft (BMEL) geh√∂renden Johann Heinrich von Th√ľnen-Institut, Bundesforschungsinstitut f√ľr L√§ndliche R√§ume, Wald und Fischerei. Das Bundesforschungsinstitut hat seinen Hauptsitz in Hamburg. Dazu geh√∂ren die Institute f√ľr Seefischerei und Fischerei√∂kologie in Hamburg sowie das Institut f√ľr Ostseefischerei in Rostock.

Aufgabenstellung des Forschungsbereiches Fisch des Johann Heinrich von Th√ľnen-Instituts

Das Johann Heinrich von Th√ľnen-Institut f√ľhrt im Verbund der europ√§ischen Fischereiforschungsinstitute eigene Forschungsarbeiten zur biologischen √úberwachung und nachhaltigen Bewirtschaftung lebender Meeresressourcen (Fische, Krebs- und Weichtiere) durch und befasst sich mit Fragen zur Erhaltung und zum Schutz von Meeress√§ugern und V√∂geln. Die Verbreitung und Wirkung von Schadstoffen im Meer und die Auswirkungen der Aquakultur auf die Gew√§sser und ihre Lebensgemeinschaften sind weitere Arbeitsbereiche. Auf dem Gebiet des Verbraucherschutzes werden Fische und Fischereierzeugnisse in einem integrierten Ansatz auf verschiedenen Stufen der Produktionskette ("vom Fang zum Verbraucher") untersucht. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Entwicklung bestandsschonender, selektiver und energiesparender Fangmethoden. Auf der Basis der eigenen wissenschaftlichen Arbeiten ber√§t das Institut das BMEL insbesondere im Hinblick auf die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der EU und nimmt an internationaler wissenschaftlicher Forschungskooperation und -koordination teil. Das Th√ľnen-Institut erledigt dar√ľber hinaus gesetzliche Aufgaben im Rahmen der GFP und als Leitstelle f√ľr Umweltradioaktivit√§t. Bei der Arbeit auf See bedient sich das Johann Heinrich von Th√ľnen-Institut der Fischereiforschungsschiffe "Walther Herwig III", "Solea" und "Clupea". Unter der Internetadresse www.thuenen.de k√∂nnen alle Informationen bei den Fischerei-Instituten insbesondere √ľber

  • Fischarten,  
  • Fanggebiete,
  • Fangschiffe, -ger√§te und -techniken,
  • Fangquoten

abgerufen werden.

Schwerpunktaufgaben der Institute

Institut f√ľr Seefischerei in Hamburg (SF)

Das Institut f√ľr Seefischerei erforscht und √ľberwacht die Fischbest√§nde im EU-Meer (Nordsee und Gew√§sser westlich der Britischen Inseln), sowie in den von der deutschen Fernfischerei genutzten Gebieten des Nordatlantik. Ziel der Arbeiten ist es, die Nutzung der lebenden Meeresressourcen an den Kriterien der Nachhaltigkeit und √Ėkosystemvertr√§glichkeit auszurichten und damit zum langfristigen Erhalt einer √∂kologisch und √∂konomisch stabilen Fischerei sowie zur dauerhaften Versorgung der Bev√∂lkerung mit dem Lebensmittel "Meeresfisch" beizutragen.

Institut f√ľr Fischerei√∂kologie in Hamburg (IF√Ė)

Das Institut f√ľr Fischerei√∂kologie betreibt Fischereiforschung im Bereich der Meeresumwelt, ist auf dem Gebiet des √∂kologischen Monitorings t√§tig und widmet sich insbesondere der Untersuchung mariner Organismen (Biota). Das beinhaltet Forschung in den Gebieten Radio√∂kologie, Schadstoffanalytik, √Ėkotoxikologie, Fischkrankheiten, Aquakultur und Binnenfischerei. Das IF√Ė untersucht die Auswirkungen nat√ľrlicher und anthropogener Faktoren auf die Schadstoffbelastung der Fische, deren Gesundheitszustand und Reproduktionsf√§higkeit, die genetische Diversit√§t von Populationen sowie die √∂kologischen Auswirkungen der Aquakultur.

Institut f√ľr Ostseefischerei in Rostock (OSF)

Das Institut f√ľr Ostseefischerei liefert den wesentlichen deutschen Beitrag zu den internationalen Bem√ľhungen um die Erhaltung und verantwortungsvolle Nutzung der Fischereiressourcen der Ostsee. Neben der kontinuierlichen Beobachtung der Entwicklung der Populationen der wichtigsten von der Fischerei genutzten Fischarten Dorsch, Hering, Sprotte, Flunder, Steinbutt, Kliesche, Aal und Zander werden f√ľr einige dieser Arten auch ihre Beziehungen zu bestimmten Umweltparametern w√§hrend unterschiedlicher Lebensphasen untersucht. Ebenso werden auch Beziehungen von Fischarten untereinander und die Einwirkungen der Fischerei auf die Fischbest√§nde beforscht.

Forschungsbereich "Fischqualität"

Der Forschungsbereich "Fischqualit√§t" geh√∂rte seit dem 1. Januar 2004 zur neu gegr√ľndeten Bundesforschungsanstalt f√ľr Ern√§hrung und Lebensmittel, dessen Nachfolge seit 1. Januar 2008 das Max Rubner-Institut, Bundesfsorschungsinstitut f√ľr Ern√§hrung und Lebensmittel, angetreten hat, ist aber r√§umlich beim Johann Heinrich von Th√ľnen-Institut in Hamburg untergebracht.

Forschungsgegenstand des Bereichs "Fischqualit√§t" sind alle f√ľr die menschliche und tierische Ern√§hrung verwendeten Fische, Krebse und Weichtiere auf allen Be- und Verarbeitungsstufen. Die Bandbreite reicht von Untersuchungen an lebendfrischer Rohware unmittelbar nach dem Fang an Bord bis hin zu verzehrsf√§hig zubereiteten Fertigerzeugnissen und schlie√üt auch Fischmehl ein. Fragestellungen aus den Bereichen "Lebensmittelsicherheit und -qualit√§t", "Lebensmittelrecht" sowie "Verbraucherschutz" werden in einem integrierten Ansatz mit Methoden der Lebensmittelchemie, analytischen Chemie, Biochemie, Physik und Mikrobiologie bearbeitet.