Die Fischerei im Rahmen internationaler und regionaler Organisationen

Fische halten sich nicht an Grenzen, sie bewegen sich grenzüberschreitend in allen Weltmeeren. Ein wirksames Fischereimanagement muss deshalb international ausgerichtet sein. Die Europäische Union ist darum bemüht, als Mitglied in internationalen und/oder regionalen Organisationen mitzuwirken, um einerseits ihre Vorstellungen eines nachhaltigen Ressourcenmanagements durchzusetzen und andererseits Fangmöglichkeiten für die Fischer in den EU-Mitgliedstaaten in den jeweiligen Konventionsgebieten (zumeist handelt es sich dabei um Gebiete der Hohen See) zu sichern. In einigen Organisationen sind neben der EU auch einige oder alle Mitgliedstaaten vertreten.

Mit Fischereifragen sind u.a. folgende internationale Organisationen befasst:

  • die Vereinten Nationen (UN): Sie haben u.a. dafür gesorgt, dass durch mehrfache Resolutionen die großflächige Treibnetzfischerei weltweit geächtet wurde. Ferner haben sie ein Abkommen über die Bewirtschaftung gebietsübergreifender und weitwandernder Fischbestände verabschiedet, das inzwischen von mehr als 30 Staaten ratifiziert wurde und damit in Kraft getreten ist. Das Abkommen ist auch in Deutschland in nationales Recht umgesetzt worden und soll demnächst zusammen mit der EU und allen Mitgliedstaaten ratifiziert werden;

  • die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO): Sie hat einen eigenen Fischereiausschuss und befasst sich laufend mit Fischereifragen. Als wichtigstes Unterfangen hat sie im Jahre 1995 einen Verhaltenskodex für eine verantwortliche Fischerei (Code of Conduct for Responsible Fisheries) verabschiedet, der seitdem als eine Art Bibel für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Fischerei zitiert wird;

  • die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): Auch sie hat einen eigenen Fischereiausschuss, der sich laufend mit dem Ressourcenmanagement befasst und z.B. umfangreiche Untersuchungen über mögliche Ursachen finanzieller Subventionen für die Überfischung zahlreicher Bestände durchgeführt hat.

Regionale Fischereiorganisationen sind u.a. folgende:

  • die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR),

  • die Nordostatlantische Fischerei-Kommission (NEAFC),

  • die Nordwestatlantische Fischerei-Organisation (NAFO),

  • die Südostatlantische Fischerei-Organisation (SEAFO),

  • die Internationale Kommission für die Erhaltung des atlantischen Thuns (ICCAT).

Sie alle befassen sich mit einer nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung, insbesondere durch die Festsetzung von Fangmengen, aber auch durch Fischereiaufwandsbegrenzungen, technische Maßnahmen und den Aufbau einer effizienten Kontrolle.

Einen Sonderstatus in diesem Zusammenhang hat die Internationale Walfang-Kommission (IWC)